Visionen der Medienkunst

Anfang gut, alles gut, was ohne Ende ist. Die Welt wird vergehen, doch wir sind ohne Ende!

Alexei Jelissejewitsch Krutschonych, Der Sieg über die Sonne

Die Medienwerkstatt Wien und FLUSS veranstalten die jährliche Serie „Visionen der Medienkunst“, von KünstlerInnen inspiriert, die als Entwickler von Utopien in die Geschichte eingegangen sind.

Im Jahr 2019 ist der Architekt, Konstrukteur, Visionär, Designer, Philosoph und Schriftsteller Buckminster Fuller (1895-1983) die künstlerische Leitfigur des Projekts. Er propagierte schon frühzeitig globale und kosmische Sichtweisen, wie in „Bedienungsanleitung für das Raumschiff Erde“. Seine in späteren Jahren entwickelten Methoden und technischen Konstruktionen versuchen Minimalprinzipien in den Bereichen der Technik fortzuentwickeln, um zur Vermeidung des „kosmischen Bankrottes“ der Menschheit Mittel zur nachhaltigen Fortentwicklung unserer Zivilisation bereitzustellen. Fullers Projekte haben Generationen geprägt und stehen bis heute programmatisch für die Utopie eines besseren Lebens.

Michael Zinganel und Theresa Hattinger widmen sich mit einer illuminierten DIY-Rauminstallation seinen seriellen geodätischen Kuppeln sowie seinem nicht-zentristischen Weltbild. transparadiso (Barbara Holub / Paul Rajakovics) bezieht sich mit der zwölfstündigen Lecture-Performance „Something I Know“ auf die legendäre Vortragsreihe Fullers „Everything I Know“ vom Jänner 1975 und thematisiert damit die Rezeption von diskursiven Handlungsräumen aus heutiger postfordistischer Perspektive.